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Blutzucker zu hoch – ab wann gefährlich?

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Viele Mechanismen in unserem Körper sind selbstreguliert. Das heißt, es bedarf keiner bewussten Ausführung damit unser Organismus reibungslos funktioniert. Die Atmung ist ein klassisches Beispiel. Der Körper reguliert den Austausch von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid selbst, ohne dass wir dies gezielt steuern müssen. Bei Bedarf können wir unsere Atmung jedoch bewusst kontrollieren. Was passiert allerdings, wenn Stoffwechselprozesse wie ein regulierter Blutzuckerspiegel bei uns Menschen nicht effizient ablaufen? Können wir auch hier bewusst eingreifen oder drohen langfristig bei regelmäßiger Überzuckerung Erkrankungen wie Übergewicht oder ein Diabetes mellitus Typ 2?

Der Blutzucker - Überblick

Der Blutzucker gibt diejenige Menge an Zucker an, die frei im Blut zirkuliert. Dabei handelt es sich um den Einfachzucker Glukose, der auch als Traubenzucker bekannt ist. Die Glukose dient den Körperzellen zur Energiegewinnung (Stiftung Gesundheitswissen 2021). Ein konstanter Blutzuckerspiegel ist daher für uns Menschen essentiell. Die Werte, die der Blutzucker aufweist, unterliegen einer natürlichen Schwankung und sind von unterschiedlichen Faktoren beeinflussbar wie zum Beispiel der Nahrungsaufnahme. Nach einer Mahlzeit steigt der Blutzuckerspiegel natürlicherweise an (Wyatt et al. 2021). Blutzuckerwerte, die den gegenwärtigen Gehalt an Zucker im Blut widerspiegeln, werden in zwei Maßeinheiten angegeben: Millimol pro Liter (mmol/l) und Milligramm pro Deziliter (mg/dl) (Shah et al. 2019). Von einem normalen Blutzucker sprechen Ärzte bei einem Wert im nüchternen Zustand von < 100 mg/dl (5,6 mmol/l) oder wenn der Wert zwei Stunden nach einer Mahlzeit < 140 mg/dl (7,8 mmol/l) ist (Genuth et al. 2003). Die Runterregulierung des Blutzuckers erfolgt durch das Hormon Insulin, welches der Körper bei gesunden Menschen in ausreichenden Mengen über die Bauchspeicheldrüse bereitstellt.

Insulinproduktion des Körpers

Die Hauptaufgabe des Insulins ist es, Glukose aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Erst dort kann der Zucker für die Energiegewinnung genutzt werden. Gebildet wird das Insulin in den Beta‑Zellen unserer Bauchspeicheldrüse. Ist der Blutzuckerspiegel erhöht, weil wir etwas gegessen haben, wird Insulin ausgeschüttet, um die Blutzuckerwerte wieder zu senken. Das Insulin befördert die Glucose in die Zielzellen, zu denen unteranderem die Skelettmuskulatur zählt. (Franz 1997). Nimmt die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse ab und ist deshalb nicht ausreichend Insulin zur Regulation des Blutzuckers vorhanden, sprechen Ärzte von der Erkrankung der Diabetes mellitus Typ 1. Bei einer sich entwickelnden Resistenz der Zellen gegenüber dem Insulin diagnostiziert der Arzt einen Diabetes mellitus Typ 2 (Bundesministerium für Gesundheit 2021). Die Manifestation zu einem Menschen mit Diabetes äußert sich durch das vermehrte Auftreten einer Überzuckerung auch Hyperglykämie genannt.

Hyperglykämie

Von einer Hyperglykämie spricht man, wenn die Blutzuckerwert nüchtern > 125 mg/dl (7,0 mmol/l) beträgt oder bei einem zufällig gemessenen Wert > 200 mg/dl (11,1 mmol/l) (Umpierrez et al. 2002). Bei Diabetikern werden verschiedene Medikamente angewendet, um einer Überzuckerung entgegenzuwirken. Zu den Symptomen einer Hyperglykämie gehören:

  • Starker Durst
  • Häufiges Wasserlassen
  • Trockene Haut und Schleimhäute
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Müdigkeit und Schwäche
  • Muskelkrämpfe

Gefahren durch zu hohen Blutzucker

Hohe Blutzuckerwerte lösen keine Schmerzen aus, führen aber langfristig zu verschiedenen Erkrankungen, die den Stoffwechsel betreffen. Gesunde Menschen sollten entsprechend achtsam sein, wenn ihr nüchtern Blutzuckerwert > 100 mg/dl (5,6 mmol/l) oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit > 140 mg/dl (7,8 mmol/l) beträgt. Um einer Diabetes Typ 2 Entstehung rechtzeitig entgegenzuwirken, sollten gezielte Ernährungsanpassungen, die zu niedrigen Blutzuckerreaktionen führen, integriert werden und der Abbau überschüssiger Fettdepots durch zum Beispiel Sport gefördert werden (Francesconi et al. 2016).

Bei Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 stellt neben einer Hyperglykämie die sogenannte Ketoazidose ein mögliches Risiko des Insulinmangels dar. Wenn der Körper aufgrund des Insulinmangels die Glukose nicht zur Energiegewinnung nutzen kann, greift er auf freie Fettsäuren zurück. Die bei der Verstoffwechselung entstehenden Ketonkörper können zu einer Übersäuerung des Bluts führen (Castellanos 2020). Beim Diabetes Typ 2 hingegen versucht der Körper über vermehrte Urinausscheidung den übermäßigen Zucker aus dem Körper zu transportieren. Die Folgen können von einer Dehydration bis hin zu einem komatösen Zustand reichen (Mehnert, Hellmut et al. 2003).

Wann kommt es zum Energiedefizit?

Nun, wo jetzt schon einiges zur Überzuckerung gesagt wurde, stellt sich die Frage, welche Folgen wenig Zucker oder auch eine Unterzuckerung haben könnten. Vorweg schonmal die Entlastung, dass es bei gesunden Menschen in der Regel zu keiner Unterzuckerung kommt (Deutsches Ärzteblatt 1998). Die Hypoglykämie kann nämlich lebensbedrohlich für den Betroffenen sein. Insulinpflichtige Menschen mit Diabetes haben hingegen ein erhöhtes Risiko einer Unterzuckerung und müssen daher ihr Insulin angemessen dosieren (McGill, Levitsky 2016)

Was jedoch häufiger vorkommt, ist dass unser Blutzuckerspiegel nach einem hohen Anstieg zum Beispiel nach einer Mahlzeit aus einfachen Kohlenhydraten, sehr schnell und sehr stark wieder sinkt und teilweise unter das Ausgangsniveau fällt. Dieses Energiedefizit lässt uns schlapp und müde werden und führt nicht selten zu Heißhungerattacken, um das Energieniveau wieder anzuheben (Verbraucherzentrale 2021). Ein solches Energiedefizit scheint auch eine Komponente des Auslösens für Migräneattacken darzustellen. Betroffene können von einer blutzuckerstabilisierenden Ernährungsweise profitieren und ihre Migräne dadurch verbessern, wie schon in Migräne: Ursachen und wie du sie verhindern kannst beschrieben.

Fazit

Unser Blutzucker ist ein sehr fein reguliertes System, bei dem das Hormon Insulin eine entscheidende Rolle spielt. Bei einem Mangel oder einer Insulinresistenz ist der Blutzucker dauerhaft zu hoch. Einem zu hohen Blutzucker kann entgegengewirkt werden, indem wir uns gesund ernähren und Lebensmittel auswählen, die unseren Blutzucker niedrig halten.

Über die Autorin

Michelle Oswald

Fasziniert von dem Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden eines jeden Individuums studiere ich mit Begeisterung und aus Überzeugung Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften im Master. Seit Sommer 2019 arbeite ich als Werkstudentin bei Perfood.

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