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Migräne und Übelkeit – typische Begleitsymptome

Stark ausgeprägte und einschränkende Kopfschmerzen sind bei Migränepatienten eine immer wiederkehrende Folge dieser neurologischen Erkrankung. Doch damit nicht genug. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter weiteren belastenden Symptomen, die von Licht- und Geräuschempfindlichkeit bis hin zu Übelkeit und Erbrechen reichen. Erfahre hier die Hintergründe zu Übelkeit im Zusammenhang mit Migräne und welche Empfehlungen es gibt, um die Symptome bei einem Migräneanfall zu verbessern.

Migräneattacken mit Kopfschmerzen und Übelkeit

Übelkeit zählt neben den charakteristischen Kopfschmerzen, welche nicht selten von einer Aura angekündigt werden, zu den häufigsten Symptomen bei einer Migräneattacke. Es handelt sich bei Übelkeit um ein autonomes Symptom des Körpers, zu dem auch Erbrechen zählt. Die Erkrankung Migräne ist eine neurologische Störung, welche mehrere Hirnstammbereiche betrifft, die unteranderem auch die autonomen Funktionen des Körpers regulieren. Ein Migräneanfall kann deshalb zum Auftreten von Übelkeit und Erbrechen führen (Burstein, Noseda, Borsook 2015).

Triptane sind Medikamente zur Behandlung von Migräne. Bei Patienten mit Migräne, die schon vor der Behandlung mit Triptanen über Übelkeit klagten, zeigte sich ein verschlechtertes Ansprechen auf eine Therapie mit oralen Triptanen. Grund dafür kann eine beeinträchtige Aufnahme der oralen Medikamente aufgrund einer Magenstauung sein, die mit Übelkeit einhergeht. Dadurch kann sich die therapeutische Wirksamkeit von oralen Triptanen verringern. Umgekehrte zeigte sich auch, dass bei einigen Patienten, die anfällig gegenüber Übelkeit sind, die Einnahme von Triptanen zur Entwicklung von Übelkeit während eines Migräneanfalls beitragen konnte (Pierce 2013).

Typische Begleitsymptome

Neben Übelkeit und Erbrechen gibt es noch weitere typische Begleitsymptome einer Migräneattacke. Noch bevor die Kopfschmerzen eintreten, wird ein Migräneanfall bei manchen Patienten einige Stunden vorab durch Symptome wie Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Heißhungerattacken vom Körper angedeutet (Kelman 2004). Bei einer Migräne mit Aura kann es unteranderem auch zu einer vorübergehenden Sehstörung kommen, sofern der visuelle Kortex betroffen ist. Lichtblitze und Skotome können als derartigen Sehstörungen bei einer Migräne mit Aura auftreten (Olesen et al. 2006).

Während der Stunden, in denen die Schmerzen und Attacken am stärksten sind, können sensorische Symptome wie Lichtempfindlichkeit, Empfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen oder einigen Gerüchen noch zusätzlich zu den Kopfschmerzen dazu kommen (Silberstein 1995). In dem Artikel Chronische Migräne: Leben mit Schmerzen sind Symptome und weitere Hintergründe zum Verlauf einer chronischen Migräne beschrieben.

Was man gegen Migräne Übelkeit tun kann

Ein Migräneanfall mit oder ohne Aura ist dementsprechend durch mehr Symptome gekennzeichnet als allein durch die schon sehr belastenden Kopfschmerzen. Doch auch wie es für die Kopfschmerzen bei einem Migräneanfall einige Hausmittel gibt, die Linderung verschaffen können wie in Hausmittel gegen Migräne – Behandlung ohne Medikamente Teil 1 und Hausmittel gegen Migräne – Behandlung ohne Medikamente Teil 2 beschrieben, existieren für Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen durch eine Migräneattacke ebenso ein paar Hilfsmittel:

Ingwer bei Migräne

Ingwer zählt zu den ältesten Gewürzpflanzen der Welt und findet schon seit geraumer Zeit Verwendung als Heilpflanze. Mehrere Studien belegen die lindernde Wirkung von Ingwer bei Übelkeit. Der Hintergrund dazu ist, dass Inhaltsstoffe im Ingwer das Anhaften von Brechreiz auslösenden Botenstoffen an den Zellen hemmen und damit Erbrechen verhindern können (Bundeszentrum für Ernährung 2020). Auch bei Patienten mit Migräne konnte in Studien festgestellt werden, dass im Vergleich zum Placebo Ingwer das Risiko von Übelkeit und Erbrechen, ausgelöst durch eine Migräneattacke, verringern konnte und die Behandlung mit keinem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen verbunden war (Andrade 2021).

Weitere Hilfsmittel

Empfehlenswert ist es außerdem, sich bei Übelkeit und Schmerzen während der Migräne auszuruhen, um den Körper zu entlasten. Dies kann auch die Wirksamkeit von Medikamenten wie Antiemetika verbessern, welche zur Behandlung von akuter Übelkeit und Erbrechen durch Migräneanfälle eingesetzt werden.

Akupunktur oder Akupressur können Übelkeit und Erbrechen ebenfalls lindern, indem bestimmte Punkte am Körper punktiert oder massiert werden, welche die Symptome bei einem Migräneanfall verringern.

Gerade bei Erbrechen sollte darauf geachtet werden viel zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Kamille- und Fencheltee haben eine beruhigende Wirkung auf den Magen und eignen sich daher bei Übelkeit und Erbrechen.

Fazit

Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit weitreichenden und belastenden Symptomen. Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen und Übelkeit sowie Erbrechen treten häufig in Verbindung mit den Migränekopfschmerzen und während einer Attacke auf. Ingwer ist ein erwiesenes Mittel gegen Übelkeit und kann ebenfalls bei Übelkeit durch Migräneattacken angewendet werden. Magenschonende Tees sowie Ruhe und Entspannung können außerdem dazu beitragen, die Symptome von Migräne zu verringern und den Betroffenen Erleichterung zu verschaffen.

Über die Autorin

Michelle Oswald

Fasziniert von dem Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden eines jeden Individuums studiere ich mit Begeisterung und aus Überzeugung Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften im Master. Seit Sommer 2019 arbeite ich als Werkstudentin bei Perfood.

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