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Hausmittel gegen Migräne – Behandlung ohne Medikamente Teil 2

Entspannungsmethoden

Auch verschiedene Entspannungsverfahren können zur Vorbeugung von Migräneanfällen eingesetzt werden. Diese sollten regelmäßig in den Alltag integriert werden, um Wirkung zu zeigen. Die progressive Muskelrelaxation ist eine Methode, bei der die verschiedenen großen Muskelgruppen des Körpers nacheinander kurz angespannt und anschließend bewusst wieder entspannt werden. In Folge entspannt sich der gesamte Körper. Die Entspannung reduziert außerdem die Schmerzempfindung. In Untersuchungen konnten positive Effekte auf die Intensität der Kopfschmerzen, die Attackenhäufigkeit und auch auf den Medikamentenbedarf beobachtet werden.1,2

Eine weitere Methode, die zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt wird, ist das sogenannte Biofeedbackverfahren. Dabei werden autonome, zentralnervöse Prozesse konditioniert, wodurch verschiedene normalerweise unterbewusste Funktionen des Körpers bewusst wahrgenommen werden können. Bei Migräne geht es zum Beispiel um die Rückmeldung von Gefäßdurchblutung, Muskelspannung oder Hauttemperatur. Diese Methode ist im Vergleich zur progressiven Muskelrelaxation jedoch schwerer und nur unter Anleitung zu erlernen und durchzuführen.2

Akupunktur ist eine traditionelle chinesische Heilmethode die, durch gezielte Stimulation bestimmter Punkte am Körper, Migräneanfälle vorbeugen und langfristig deren Häufigkeit verringern soll. Gegenüber Medikamenten hat diese Methode den Vorteil, dass sie nebenwirkungsfrei ist.1,9

Ernährung

Starke Blutzuckerschwankungen und das Auslassen von Mahlzeiten können Auslöser von Migräneattacken sein. Bei Aufnahme größerer Mengen an Kohlenhydraten, insbesondere Zucker, steigt der Blutzucker schnell an. Als Reaktion schüttet der Körper vermehrt Insulin aus, was zu einem starken Absinken des Blutzuckers führen kann. Dieses starke Absinken führt zur Aktivierung des sympathischen Nervensystems und kann Migräneanfälle zur Folge haben. Um starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden, hilft eine ausgewogene, vollwertige Ernährung, die reich an Ballaststoffen ist, da langkettige Kohlenhydrate langsamer aufgenommen werden. Auch regelmäßige Mahlzeiten helfen den Blutzuckerspiegel konstant zu halten.10,11,12 Wir können dir dabei helfen herauszufinden, wie dein Körper auf verschiedene Kohlenhydrate reagiert und wie du starke Blutzuckerschwankungen vermeiden kannst.

Diese Hausmittel helfen Migräne vorzubeugen

Verschiedene nicht-medikamentöse Methoden zeigen positive Effekte bei der Vorbeugung und Linderung von Kopfschmerzen und Migräne und können helfen, die Einnahme von Medikamenten zu reduzieren. Gegen Kopfschmerzen bewährt haben sich insbesondere Pfefferminzöl, verschiedene Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelrelaxation oder Akupunkturbehandlungen. Aber auch Tees aus bestimmten Kräutern sowie Kaffee können bei einigen Betroffenen Abhilfe schaffen. Am besten findest du durch Ausprobieren heraus, was für dich individuell funktioniert. Das Führen eines Migränetagebuchs kann vielen Betroffenen dabei helfen, die Auslöser ihrer Migräneattacken zu identifizieren.

Literatur:

  1. Diener, H.-C., Gaul, C., & Kropp, P. (2018). Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne: Entwicklungsstufe: S1. Nervenheilkunde, 37(10), 689–715. https://doi.org/10.1055/s-0038-1673598
  2. Kropp, P., Meyer, B., Dresler, T., Fritsche, G., Gaul, C., Niederberger, U., Förderreuther, S., Malzacher, V., Jürgens, T. P., Marziniak, M., & Straube, A. (2016). Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne. Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Nervenheilkunde. 35. 502-515. https://doi.org/10.1055/s-0037-1616413
  3. Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG). Diagnostik, Akuttherapie und Prophylaxe der Migräne https://www.dmkg.de/patienten/medikamente/medikamente-gegen-migraene (zuletzt geöffnet 25.02.2022)
  4. Deutsches Ärzteblatt. Migräne: Anfallsrisiko steigt erst ab der dritten Tasse Kaffee oder anderer koffeinhaltiger Getränke (2019) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/105230/Migraene-Anfallsrisiko-steigt-erst-ab-der-dritten-Tasse-Kaffee-oder-anderer-koffeinhaltiger-Getraenke (zuletzt geöffnet 25.02.2022)
  5. Göbel, H., Heinze, A., Heinze-Kuhn, K., Göbel, A., & Göbel, C. (2016). Oleum menthae piperitae (Pfefferminzöl) in der Akuttherapie des Kopfschmerzes vom Spannungstyp. Schmerz (Berlin, Germany), 30(3), 295–310. https://doi.org/10.1007/s00482-016-0109-6
  6. Borhani Haghighi A, Motazedian S, Rezaii R, et al. Cutaneous application of menthol 10% solution as an abortive treatment of migraine without aura: a randomised, double-blind, placebo-controlled, crossed-over study. Int J Clin Pract. 2010;64(4):451-456. doi:10.1111/j.1742-1241.2009.02215.x
  7. Münchener Verein Versicherungsgruppe (2021). Tee, Ingwer oder doch Koffein? Die besten Hausmittel gegen Kopfschmerzen & Migräne. https://www.muenchener-verein.de/ratgeber/gesundheit/hausmittel-gegen-kopfschmerzen-migraene/ (zuletzt geöffnet 25.02.2022)
  8. Mostofsky, E., Mittleman, M. A., Buettner, C., Li, W., & Bertisch, S. M. (2019). Prospective Cohort Study of Caffeinated Beverage Intake as a Potential Trigger of Headaches among Migraineurs. The American journal of medicine, 132(8), 984–991. https://doi.org/10.1016/j.amjmed.2019.02.015
  9. Diener HC, Kronfeld K, Boewing G, et al. Efficacy of acupuncture for the prophylaxis of migraine: a multicentre randomised controlled clinical trial [published correction appears in Lancet Neurol. 2008 Jun;7(6):475]. Lancet Neurol. 2006;5(4):310-316. doi:10.1016/S1474-4422(06)70382-9
  10. Liebscher & Bracht (2021) Was hilft gegen Kopfschmerzen? Migräne und Trigger mit Ernährung im Griff. https://www.liebscher-bracht.com/schmerzlexikon/kopfschmerzen/ernaehrung/ (zuletzt geöffnet 25.02.2022)
  11. Göbel, Hartmut: Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne. Ursachen beseitigen, gezielt vorbeugen, Strategien zur Selbsthilfe. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 2020. S.224.
  12. Hufnagl, K. N., & Peroutka, S. J. (2002). Glucose regulation in headache: implications for dietary management. Expert review of neurotherapeutics, 2(3), 311–317. https://doi.org/10.1586/14737175.2.3.311

Über die Autorin

Wiebke Diederich

Wiebke studiert Ernährungswissenschaften im Master und ist seit Januar 2022 als Praktikantin bei Perfood. In ihrem Studium konnte sie viel über die Effekte von Ernährung und Lebensstil auf die Entstehung verschiedenster Erkrankungen lernen. Ihre Begeisterung für die Einflüsse der Ernährung auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden möchte sie gerne mit euch teilen.

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