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Hausmittel gegen Migräne – Behandlung ohne Medikamente Teil 1

Plötzliche pochende Kopfschmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit – bei diesen klassischen Anzeichen einer Migräneattacke greifen viele Betroffene zu Schmerzmitteln, um die Beschwerden schnell zu lindern. Wer häufig an Migräneattacken leidet und Schmerzmittel nimmt, riskiert jedoch Gewöhnungseffekte und Nebenwirkungen der Medikamente, darunter auch Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerzen. Die gute Nachricht: es gibt einige Hausmittel gegen Migräne, die sich in Studien bewährt haben und dir helfen können, Schmerzmittel zu reduzieren.

Ursachen und Symptome von Migräne

Migräne ist eine der häufigsten Kopfschmerzformen, von welcher ca. 15 % der Frauen und 5 % der Männer in Deutschland betroffen sind. Eine Migräneattacke äußert sich in starken, pulsierenden oder pochenden Schmerzen im Bereich der Stirn und Schläfen, die mit Appetitlosigkeit, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit einhergehen. Attacken dauern meist zwischen 4 und 72 Stunden und schränken die Betroffenen stark in ihrem Alltag ein. Die Ursachen für Migräne sind sehr individuell. Stress, Schlaf, hormonelle Veränderungen aber auch die Ernährung können eine Rolle spielen. In der Akuttherapie werden Analgetika und nicht-steroidale Antirheumatika verwendet, insbesondere Acetylsalicylsäure und Ibuprofen haben sich hier als wirkungsvoll erwiesen. Bei schweren Migräneanfällen und wenn Analgetika keine Wirkung zeigen, kommen Triptane zum Einsatz. Zusätzlich können Antiemetika gegen die Übelkeit helfen. Diese Medikamente helfen Betroffenen zwar, ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen, bei einer Einnahme an über 10 Tagen im Monat steigt allerdings das Risiko für die Entwicklung sogenannter Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerzen. Viele Menschen, die häufig an Migräne leiden, versuchen daher ihre Attacken mit verschiedenen Hausmitteln zu behandeln. Wir zeigen euch hier einen Überblick über verschiedene Mittel und Methoden, die sich in Studien für die Vorbeugung und Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne bewähren konnten.1,2,3

Diese natürlichen Hausmittel helfen gegen Migräne

Viele Betroffene versuchen mit Hausmitteln ihre Migräneattacken vorzubeugen. Dazu gehört zum einen die Identifikation und Vermeidung von Triggerfaktoren. Das kann beispielsweise ein geregelter Schlafrhythmus oder regelmäßiger Kaffeekonsum sein. Außerdem wurden für verschiedene Hausmittel wie ätherische Öle oder Entspannungsmethoden positive Effekte beobachtet.3 Wir stellen euch einige davon hier vor:

Ätherische Öle

Unter den ätherischen Ölen hat sich bei Kopfschmerzen und Migräne insbesondere Pfefferminzöl bewährt. Pfefferminze ist als Heilpflanze schon seit Jahrhunderten bekannt und findet bei verschiedensten Beschwerden Anwendung. Der positive Effekt von Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen und Migräne konnte mittlerweile in Studien gezeigt werden.5,6 Das ätherische Öl der Pfefferminze besteht hauptsächlich aus Menthol und Menthon. In geringen Konzentrationen stimulieren diese beiden Stoffe Kälte- und Druckrezeptoren, in höheren Konzentrationen werden auch Wärme- und Schmerzrezeptoren angeregt und eine betäubende Wirkung an der Auftragungsstelle kann auftreten. Der Effekt beruht unter anderem auf einer Veränderung der Zellmembran, die deren elektrische Aktivität steigert. Außerdem hemmen die beiden Inhaltsstoffe die Botenstoffe Serotonin und Substanz-P, die bei der Entstehung von Kopfschmerzen eine wichtige Rolle spielen. Eine Studie der Schmerzklinik Kiel konnte sogar zeigen, dass die Wirksamkeit von 10%igem Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen mit der von Acetylsalicylsäure oder Paracetamol vergleichbar ist.7 Bei Kopfschmerzen wird das Öl auf Stirn und Schläfen einmassiert. Gegenüber Medikamenten hat Pfefferminzöl den Vorteil, dass es keine systemische Wirkung hat und es keine Hinweise gibt, dass ein Übergebrauch Kopfschmerzen auslösen kann. Achtung nur bei Kleinkindern und Menschen mit Asthma: für sie ist Pfefferminzöl nicht geeignet.5

Ausreichend und das Richtige trinken

Eine der häufigsten Ursachen für Kopfschmerzen ist ein Flüssigkeitsmangel durch zu wenig trinken. Um das vorzubeugen, sollen täglich am besten ca. zwei Liter Flüssigkeit aufgenommen werden.7,9 Verschiedene Kräuter können aufgebrüht als Tee bei leichten bis mittleren Kopfschmerzen zusätzlich schmerzlindernde Effekte bringen. Tees aus Weidenrinde oder Mädesüß beispielsweise enthalten Salicylsäure, den Wirkstoff des Schmerzmittels Aspirin, und können damit bei Kopfschmerzen lindernd wirken. Kamillenblütentee kann nicht nur bei Kopfschmerzen helfen, sondern auch bei Magenschmerzen, die bei Migräne häufig auftreten.7

Welchen Effekt Kaffee, genauer gesagt das darin enthaltene Koffein, bei Migräne hat, ist umstritten. Bei vielen Menschen ist Espresso, vermischt mit dem Saft einer halben Zitrone, ein beliebtes Hausmittel gegen leichtere Kopfschmerzen. Das Vitamin C aus der Zitrone wirkt schmerzhemmend. Das im Espresso enthaltene Koffein verengt die geweiteten Blutgefäße im Gehirn und blockiert außerdem bestimmte Rezeptoren die Schmerzempfindlichkeit in unserem Körper vermitteln und kann somit zur Schmerzlinderung beitragen. Koffein steigert zudem die Wirkung verschiedener Medikamente, beispielsweise auch der Schmerzmittel Acetylsalicylsäure oder Paracetamol. Ein erhöhter Kaffeekonsum von mehr als drei Tassen pro Tag steigert allerdings bei vielen Migränepatienten das Risiko einer Attacke. Auch bei Menschen, die nicht regelmäßig Kaffee trinken, kann dieser eher negative Effekte haben. Hier sollte die individuelle Verträglichkeit beachtet werden. Insgesamt scheint ein möglichst gleichmäßiger Kaffeekonsum am besten zu sein.4,7,8

Literatur:

  1. Diener, H.-C., Gaul, C., & Kropp, P. (2018). Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne: Entwicklungsstufe: S1. Nervenheilkunde, 37(10), 689–715. https://doi.org/10.1055/s-0038-1673598
  2. Kropp, P., Meyer, B., Dresler, T., Fritsche, G., Gaul, C., Niederberger, U., Förderreuther, S., Malzacher, V., Jürgens, T. P., Marziniak, M., & Straube, A. (2016). Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne. Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Nervenheilkunde. 35. 502-515. https://doi.org/10.1055/s-0037-1616413
  3. Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG). Diagnostik, Akuttherapie und Prophylaxe der Migräne https://www.dmkg.de/patienten/medikamente/medikamente-gegen-migraene (zuletzt geöffnet 25.02.2022)
  4. Deutsches Ärzteblatt. Migräne: Anfallsrisiko steigt erst ab der dritten Tasse Kaffee oder anderer koffeinhaltiger Getränke (2019) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/105230/Migraene-Anfallsrisiko-steigt-erst-ab-der-dritten-Tasse-Kaffee-oder-anderer-koffeinhaltiger-Getraenke (zuletzt geöffnet 25.02.2022)
  5. Göbel, H., Heinze, A., Heinze-Kuhn, K., Göbel, A., & Göbel, C. (2016). Oleum menthae piperitae (Pfefferminzöl) in der Akuttherapie des Kopfschmerzes vom Spannungstyp. Schmerz (Berlin, Germany), 30(3), 295–310. https://doi.org/10.1007/s00482-016-0109-6
  6. Borhani Haghighi A, Motazedian S, Rezaii R, et al. Cutaneous application of menthol 10% solution as an abortive treatment of migraine without aura: a randomised, double-blind, placebo-controlled, crossed-over study. Int J Clin Pract. 2010;64(4):451-456. doi:10.1111/j.1742-1241.2009.02215.x
  7. Münchener Verein Versicherungsgruppe (2021). Tee, Ingwer oder doch Koffein? Die besten Hausmittel gegen Kopfschmerzen & Migräne. https://www.muenchener-verein.de/ratgeber/gesundheit/hausmittel-gegen-kopfschmerzen-migraene/ (zuletzt geöffnet 25.02.2022)
  8. Mostofsky, E., Mittleman, M. A., Buettner, C., Li, W., & Bertisch, S. M. (2019). Prospective Cohort Study of Caffeinated Beverage Intake as a Potential Trigger of Headaches among Migraineurs. The American journal of medicine, 132(8), 984–991. https://doi.org/10.1016/j.amjmed.2019.02.015

Über die Autorin

Wiebke Diederich

Wiebke studiert Ernährungswissenschaften im Master und ist seit Januar 2022 als Praktikantin bei Perfood. In ihrem Studium konnte sie viel über die Effekte von Ernährung und Lebensstil auf die Entstehung verschiedenster Erkrankungen lernen. Ihre Begeisterung für die Einflüsse der Ernährung auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden möchte sie gerne mit euch teilen.

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