Wenn man online nach „Hormone und Migräne“ sucht, erhält man hauptsächlich Informationen zur menstruellen Migräne, also Migräne, die aufgrund der Fluktuation von weiblichen Sexualhormonen entsteht. Doch auch andere Hormone in unserem Körper beeinflussen die Entstehung einer Migräne! Neben dem Hormon Östrogen, das für die menstruelle Migräne relevant ist, gibt es beispielsweise Hormone, die die Schmerzwahrnehmung beeinflussen. Dazu gehören unter anderem Dopamin und Serotonin. Eine weitere Stellschraube der Hormone ist unser Energiehaushalt, welcher äußerst relevant für die Migräneentstehung ist: die wichtigsten und am meisten untersuchten Hormone sind hier Cortisol und Insulin.
Das Gute: Hormone repräsentieren häufig das, was in unserem Körper gerade vor sich geht und spiegeln wider, wie wir mit unserem Körper umgehen. In vielen Fällen kannst du deinen Hormonhaushalt also ein Stück weit selbst mitbestimmen, teilweise ist auch eine medikamentöse Behandlung möglich.
Das bedeutet auch, dass du selbst das Zepter in die Hand nehmen kannst, um deine Migräne zu reduzieren und besser zu verstehen!
Grund für das Einsetzen der Migräneattacke zu diesem Zeitpunkt ist ein stark abfallender Östrogenspiegel kurz vor dem Einsetzen der Menstruation. Zeitgleich nimmt auch der Serotoninspiegel ab, was zum einen zu den allbekannten Stimmungsschwankungen, aber zusammen mit niedrigem Östrogen auch zu einer verminderten Schmerztoleranz führt.
Das führt häufig zu stärkeren Symptomen während der Migräneattacke bei Frauen mit menstrueller Migräne.
Bedauerlicherweise sind die Östrogenschwankungen Teil eines gesunden Zyklus und notwendig für eine Menstruation, sie kann also nicht auf natürliche Weise verändert werden. Auch Hormonersatztherapien mit Östrogenen sind nicht optimal, da sie die Migräne nur zeitlich verschieben.
Dafür ist es jedoch einfacher, den Zeitpunkt der Migräne abzuschätzen (angenommen, dass die Regelblutung regelmäßig auftaucht), und so Pläne und Aktivitäten dementsprechend anzupassen.
(Allais et al., 2018; Leben mit Migräne).
Wissenschaftler:innen haben herausgefunden, dass Migräne-Betroffene ihre Migräne mithilfe von kleinen Ernährungsanpassungen lindern können. Betroffene, die starke Blutzuckerschwankungen vermieden, berichteten im Mittel von 44% weniger Migräne pro Monat (-2,4 Tage).
Dr. Gendolla:
“Ernährung kann nicht nur ein Trigger für Migräne sein, sondern auch Stress verursachen”
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